Tourblog - E-Werk Nierstein, 21.12.2013



Unser Gast-Drummer Thomas berichtet von seinen ersten Auftritt mit Purple Rising

Ich war schon ein bisschen aufgeregt – mein erster Auftritt als Gastmusiker bei Purple Rising!

Andreas, mit dem ich bei Bryan 69 der Musik von Bryan Adams huldige, hatte mich gefragt, ob ich ab und zu mal aushelfen kann, wenn Stefan verhindert ist. Da die Musik von Deep Purple ein wesentlicher Bestandteil meiner musikalischen Adoleszenz ist (ich besaß Anfang der 70er eine C-90 Musikkassette – die Älteren unter uns werden sich erinnern ;o)) – mit DP in Rock und Machine Head, die ich bis aufs Trägermaterial heruntergehört hatte), musste ich nicht lange überlegen und stürzte mich in die Vorbereitungsarbeit. Ein paar Proben, und schon baute ich mein Premier Set im E-Werk Nierstein auf.

Das E-Werk ist ein liebevoll renovierter Veranstaltungsort, den Peter und Biggi im Oktober eröffnet haben und der die Live-Musik- und Event-Lücke zwischen Mainz und Worms schließen soll. Nach einem entspannten Aufbau widmeten wir uns mit Hilfe von Techniker und Soundbeauftragten Timo dem Soundcheck und ich stellte jetzt schon fest: Das wird ein Brett!

Nach dem Genuss von Biggis leckerem Chili warteten wir backstage auf den Konzertbeginn und taten das, was Bands da so tun: Dominik pflegte seinen dicken Kopf (er war am Vortag 30 geworden), Reik machte ein paar Liegestütze und der Rest erging sich in tiefsinnigen Weltbetrachtungen, bis es Zeit wurde, die Bühnengarderobe anzulegen. Da mein Vorbild Ian Paice immer mit Bandana und Brille spielt, legte ich beides an und kam mir erst mal komisch vor… bis wir die Bühne enterten und mit „Burn“ den ersten Kracher des Abends losließen. Plötzlich war es ein bisschen so, als wäre der Spirit von Ian mit mir und ich konnte mich in die Musik fallenlassen. Es lief alles soweit gut und ich konnte trotz der Dunkelheit auf der Bühne manche Zeichen meiner Mitmusiker richtig deuten. Das Publikum ging toll mit, tanzte vor der Bühne und belohnte jedes Stück mit herzlichem Applaus.

     Für mein Empfinden ging das erste Set mit Lichtgeschwindigkeit über die Bühne. Für das zweite Set hatten wir mit „Kill The King“ von Rainbow wieder einen heftigen Kracher am Start, der vom Publikum frenetisch gefeiert wurde. Das Schöne an Deep Purple ist aber, dass es auch sehr filigrane und leise Stücke gibt, bei denen das Publikum auch wie im Bann mitging. Wie es in den 70ern üblich war, hat jeder Musiker auch seinen Solo-Slot und so sollte ich beim vorletzten Stück „The Mule“ ein Drum-Solo spielen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal ein Drum-Solo vor Publikum gespielt habe und war selbst auf mich neugierig… alles lief gut, das Publikum machte toll mit und wir beendeten das Konzert mit „Space Truckin“, einem langen Stück mit vielen Überraschungen.
Natürlich mussten wir Zugaben spielen und sogar „Hush“ musste am Ende noch ungeprobt herhalten – nach leichten Irritationen betreffend des Anfangs lief es auch hier glatt und wir verbeugten uns am Ende vor einem Publikum, das – wie die Band – alles gegeben hat.

Nach einer kurzen Ruhephase ging’s ans lästige Abbauen, das immer wieder von Lob des noch anwesenden Publikums unterbrochen wurde.

Es war ein toller Abend, ein schönes Konzert und ein gelungener Einstieg für mich als Gast-Drummer. Ich freue mich schon aufs nächste Mal!



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